Pflicht zur Erinnerung

„Völker ohne Erinnerung sind Völker ohne Zukunft. "

Im Kontext dieser Jahrhundertwende, entstanden durch Skepsis, Werteverlust und Orientierungsmangel, wird die "Pflicht zur Erinnerung"oft als ein wichtiges Element der Erziehung zur Staatsbürgerschaft unserer Jugend zitiert. Das Wissen über die Vergangenheit, um die Fehler zu verhindern, die zu den Tragödien geführt haben, ist unerlässliche Grundlage für die Weitergabe der kollektiven Erinnerung an junge Menschen, die keinen Krieg erlebt haben. Nicht nur zu Ehren der Frauen und der Männer, die im Kampf ihr Leben geopfert haben, die deportiert oder grausam behandelt wurden, sondern auch um die Werte der Republik zu weiterzugeben.

Insofern ist Erinnerung nicht eigener Bestandteil der Welt des Kampfes, sie ist auch für die jüngere Generation ein Teil ihres Lebens als Staatsbürger, die wir ihnen wiedergeben müssen. Daher ist der Fackellauf eine der wichtigsten französischen Manifestationen der Erinnerung und aus vielerlei Gründen ein bedeutendes Ereignis:

Eine medienwirksame Veranstaltung. Die Anbindung mit unserer Hauptstadt (Arc de Triomphe, Grabmal des Unbekannten Soldaten, Ewige Flamme der Erinnerung) gibt der Veranstaltung, die direkt mit dem 11. November verbunden ist, einen starken symbolischen Charakter.

  • Ein Staffellauf, der nicht nur auf der Erinnerung basiert, sondern auch auf Anstrengung und sportlichem Engagement. Diese Veranstaltung ist eine Präsentation, die über 7 Departements geht.
  • Das zunehmend vielfältige Publikum entlang der Strecke wächst.
  • Eine lange Gedenkveranstaltung: die Strecke von 350 km wird in drei Tagen und zwei Nächten zurückgelegt, mit 75 Zeremonien in den durchquerten Städten.
  • • In mehreren der durchquerten Städte finden Vorträge mit Diskussionen statt, zum Beispiel in Paris, Meaux, La Ferté-sous-Jouarre und Revigny.

 

Die Pflicht der Erinnerung bedeutet auch einen erfolgreichen Frieden durch die deutsch-französische Aussöhnung.

Nach zwei Weltkriegen, Bruderkriegen, die zig Millionen Tote gekostet haben, geben sich die Kriegführenden von gestern endlich die Hand. Lasst uns aus der Geschichte lernen!

Wir befinden uns im Frieden und doch gibt es überall auf unserer Welt Konflikte, die uns mehr oder weniger direkt bedrohen. Wir müssen wachsam bleiben und an jüngere Generationen die Grundlagen unserer kollektiven Erinnerung, sinnvolle Werte und Lehren für die Zukunft weitergeben.

 

Einbeziehung der Jugend in Gedenkaktionen

Die Zeremonien müssen mehr auf die Erwartungen von Jugendlichen angepasst werden. Dies ist anlässlich der Übertragung der heiligen Flamme von Paris nach Verdun am 11. November eines der Ziele des Komitees der Voie Sacrée und der Voie de la Liberté. Unsere Aktion wird wirksam über die Arbeit im Vorfeld in Schulen verbreitet, basierend auf dem Inhalt des Unterrichtsmaterials, das wir ihnen anbieten.

Die Beteiligung der Schüler steigert den Wert unserer Zeremonien und gliedert sich vollständig als staatsbürgerliche Aktion in Aneignung des Themas der Erinnerung an vergangene Kriege und das Bewusstsein für zeitgenössische Probleme im Zusammenhang mit Verteidigung ein.

 

Aufkommende Fragen

  • Das zunehmende Vergessen der Ereignisse vor 1914. Was wird in zehn oder zwanzig Jahre mit der Erinnerung an den Ersten, den Zweiten Weltkrieg, den Indochinakrieg, den Algerienkrieg?
  • Das allmähliche Verschwinden der Kriegsveteranen, die Änderung von Einstellungen (weniger Patriotismus, weniger militärische Vereinigungen etc.)
  • Sollten wir auf die Vergangenheit ausgerichtet bleiben?
  • Sollten wir vergessen?
  • Wie weit sollten wir mit der Erinnerung gehen?

Die Schlussfolgerung ist eine allgemeine Mobilmachung gegen das Vergessen!

„Ich sah die blutenden und verstümmelten Leiber, und ich fürchte, dass ihr Geist mit ihnen tot ist. Vielleicht wagen die Menschen nie mehr, diesen Fluss von Blut, der von den Vogesen zum Meer führt, von Verdun nach Ypern, zu überqueren?

Worte, und noch mehr Worte!

Die Erde ist durchtränkt von Blut, die Knochen werden zu Asche, der große Friedhof der Nationen wird von Unkraut überwuchert. Alles wird in Kürze für eine neue Ernte bereit sein."

Jean Guéhenno


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