Die Hölle von Verdun

«Sie gingen mit gesenktem Kopf und traurigem Blick, beladen mit ihrer Ausrüstung..., sie sprachen nicht, sie klagten nicht mehr, sie hatten die Kraft verloren, sich zu beschweren. Man sah in ihren Augen einen noch nie dagewesenen Abgrund des Schmerzes, einen erschreckenden Schrei der stummen Gesichtern: das Nicht-Mitteilbare.»

Maurice Genevoix

 

Ein Festungsverbund

Verdun, das an der Spitze der Vorposten der„Revanche" geplant ist, wird für die Führungsstäbe zur zentralen Festung. Im Jahr 1914 kommen in Verdun 28.000 Soldaten auf 13.000 Einwohner. Die Zitadelle ist mit einem mehreren Kilometer langen Tunnelsystem ausgestattet, das Anschluss zu einer unterirdischen Kaserne bietet.

Die Militärführung richtet gegen einen möglichen feindlichen Angriff in einem weiten Umkreis von 25 km einen Ring von 38 Festungen ein, der, verstärkt durch eine Vielzahl von Unterständen und versorgt über ein Schienennetz, durch das enorme Potenzial der Festung von Verdun unterstützt wird.

Im Jahr 1914 klopft der Krieg an die Tore von Verdun, das einem massiven Granathagel die Stirn bietet.

Im September 1914 befindet sich die befestigte Region von Verdun, der Stadt der Grenzvorposten, inmitten eines schwachen Frontvorsprungs, der auf beiden Flanken bedroht wird. Ab 1914 werden schwere Kämpfe an den Hauts de Meuse ausgetragen.

Im Jahr 1915 beginnt die deutsche Armee mit ihrer Offensive an den Flanken, in den Argonnen und auf den Höhen von Eparges. Die Höhen über der Meuse und Verdun werden zur Herausforderung für die künftige Offensive Deutschlands.

Ab 1916 wendet sich der Blick der Führungsstabe auf Verdun als Entscheidung für den Sieg. Durch die „Bombardierung von Verdun" wurden die Festungen überrascht und die Arbeiten zerstört. Dadurch waren während einer zehnmonatigen Tortur die Soldaten von Verdun gezwungen, sich in den Falten des Geländes zu verbergen, enge Laufgänge an steilen Schluchten zu befestigen und jeden Meter Boden der zerstörten Gehölze zu verteidigen.

Am 21. Februar 1916 beginnt die mächtige Offensive der deutschen Sturmtruppen vor der befestigten Region um Verdun. Nach fünf Tagen Sturmangriff ist der deutsche Vormarsch nur noch fünf Kilometer im Norden der Stadt entfernt.

März 1916: Die Schlacht auf den Höhen

Die Front dehnte sich aus, die Deutschen greifen während den Wintermonaten an den Flanken an, den Verteidigungseinrichtungen als Ganzes droht aber keine Bresche. Nach einem Monat heftiger Gefechte ist die französische Verteidigung niedergeschlagen, war jedoch immer noch von einem starken Kampfesgeist angetrieben.

 

Frühling - Sommer 1916: Die „Hölle von Verdun"

Während den Monaten April und Mai stehen sich die zwei Armeen in einer Folge von heftigen Nahkämpfen gegenüber. Dies ist die Hölle von Verdun, ein Schmelztiegel aus Eisen und Feuer, der ununterbrochen durch den beeindruckenden Nachschub, den „Norias" mit Materialien und den langen Kohorten von Männern versorgt wird. Innerhalb weniger Kampfmonate wurden diese wenigen Hektar in Verdun ein Symbol des totalen Krieges, der sich in den Erinnerungen der „Poilus", den französischen Soldaten ebenso einprägt, wie in denen der deutschen Soldaten. Am 23. Juni durchbricht der deutsche Angriff die Verteidigung, der französische Widerstand reagiert und der Nahkampf verstärkt sich unter unaufhörlichem Beschuss. Nach einer Woche wird eine letzte Frontoffensive am Ravin des Vignes unternommen, weniger als 2500 Meter von Verdun. Dies ist das letzte Aufbäumen der deutschen Armee, die nach fünf Monaten Kampf ausgelaugt ist. Die Hoffnung auf einen Sieg ist zerstört.


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